MIMENTRUPP: Die Ausbildungseinheit der Freiwilligen Notfallhilfe e. V.
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    Militärhubschrauber stürzt auf ein Volksfest in Merzig

    Von Ingo Vigneron | 26.August 2008

    Ein Hubschrauber erleidet am 22. August 2008 einen Triebwerksschaden über Merzig. Die Piloten verlieren die Kontrolle über das Fluggerät und stürzen in eine Menschenmenge.

    Jeder Pilot versucht in einem solchen Fall besiedeltes Gebiet zu vermeiden. Das Szenario für die zivil-militärische Großübung „Ikarus 2008“ sieht vor dass dies nicht gelingt. In Merzig kommt es zum Schlimmsten.

    Notarzt und Rettungsassistent beim MANV: Aufgaben des zuerst eingetroffenen RettungsteamsEs herrscht geschäftiges Treiben auf dem Platz vor der Stadthalle. Neben den Ständen der Marktschreier ist ein Biergarten aufgebaut und zunächst bemerkt niemand die in Not geratene Maschine der Bundeswehr, deren Flugbahn sich mehrfach verändert und für niemanden vorhersehbar ist.

    Der Hubschrauber sinkt viel zu schnell. Der Heckrotor trifft einen PKW in Höhe der Auffahrt zur B 51. Ein letzter Richtungswechsel und erst im letzten Moment begreifen die Menschen am Boden dass sie in Lebensgefahr schweben.

    Einige springen noch auf, doch viele sind wie gelähmt! Dem ohrenbetäubenden Crash folgten umherfliegende Trümmerteile und Splitter des Hauptrotors.

    Der getroffene PKW verursacht einen Verkehrsunfall und auf der Hauptstraße verursacht ein geschockter Autofahrer einen weiteren Unfall. Mehrere Personen sind in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Schmerzensschreie und Hilferufe beherrschen den Platz. Unverletzte Zeugen veranlassen Notrufe bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Plötzlich bricht ein Feuer in dem Helikopter aus. Ersthelfer wollen die verletzten Insassen schützen. Sie versuchen den Brand mit einem Feuerlöscher einzudämmen.

    Dann treffen die ersten Einsatzkräfte ein. Die Polizei sperrt den Unglücksort ab, Feuerwehr und Rettungsdienst verschaffen sich einen Überblick und beginnen mit den Rettungsmaßnahmen.

    Es fängt an zu regnen. Nässe und Kälte sind eine zusätzliche Gefahr für die Opfer und erschweren die Arbeit der Rettungskräfte.

    Handbuch für Organisatorische LeiterNeben den Material- und Personalreserven des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes werden Schnelleinsatzgruppen (SEG) von DRK, MHD und DLRG angefordert. Die Kräfte werden auch durch Sanitätspersonal der Bundeswehr unterstützt. Gemeinsam wird die medizinische Behandlung der Patienten durchgeführt.

    Das THW unterstützt die Feuerwehr bei der technischen Rettung. Gemeinsam befreien sie eingeklemmte Menschen aus den Trümmern und beseitigen Gefahrenquellen an der Einsatzstelle. Als es dunkel wird, sorgen sie für die Ausleuchtung der Einsatzstelle.

    Mehrere Einsatzgruppen der Notfallseelsorge kommen zum Einsatz. Gemeinsam mit Betreuungskräften der Hilfsorganisationen kümmern sie sich um die unverletzten Betroffen des Unglücks und führen getrennte Menschen wieder zusammen. Als eine besondere Herausforderung stellen sich die Betroffenen heraus, die nur englisch oder französisch sprechen.

    Die geretteten Opfer werden entsprechend ihrer Verletzungen noch vor Ort versorgt und in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. An dieser Stelle beenden die Darsteller für gewöhnlich die Simulation. Doch bei dieser Übung ist das anders!

    Die SHG Klinik in Merzig stellt ich der Herausforderung und übt mit. Die schnelle Versorgung der vielen eintreffenden Opfer ist für ein Krankenhaus ein großer logistischer Aufwand. Die Notfallpläne der Klinik werden bei dieser Übung einem harten Praxistest unterzogen.

    Auftraggeber dieser Übung sind der Landkreis Merzig-Wadern und das Saarlandkommando der Bundeswehr.

    Unser Auftrag ist die Planung und Einsatzleitung über die Notfalldarstellung zu übernehmen. Dazu gehörte das Erstellen der Verletztenmuster und psychosozialen Profile für die Rollen der Opfer und Betroffenen sowie die Steuerung der Darsteller während der Übung.

    Der Mimentrupp der Freiwilligen Notfallhilfe e. V. setzt 30 Notfalldarsteller und 5 Mimtruppleiter ein um die Übung durchzuführen.

    Um die geforderte Anzahl von mindestens 80 Darstellern zu erreichen, bitten wir weitere Gruppen für Notfalldarstellung um Unterstützung. Ein Vorteil dieser Mischung liegt in den unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten der Gruppen.

    27 Darsteller stellt die Groupe de support psychologique (GSP) aus Luxemburg. Sie sind mehrsprachig und für die psychosoziale Unterstützung in Notfällen ausgebildet.

    12 Darsteller, Schminker und 2 Mimtruppleiter stellt die RUD Gruppe des DRK Saarlouis. Sie sind auf medizinische Notfälle spezialisiert.

    14 Darsteller stellt die Bundeswehr. Ihr Hintergrundwissen qualifiziert sie im Besonderen für die Darstellung des verunfallten Bundeswehrpersonals.

    11 Darsteller, Schminker und 2 Mimtruppleiter stellen die RUND Gruppen der DLRG aus Berlin und Karlsruhe. Diese befreundeten Gruppen haben eine vergleichbare Arbeitsweise wie wir. Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrere Großübungen gemeinsam bestritten.

    8 Darsteller und 1 Mimtruppleiter stellt die RUND Gruppe des Kreisfeuerwehrverbandes im Saarpfalz-Kreis (www.kfv-saarpfalz.de). Sie bringen Erfahrungen im Rahmen der technischen Hilfeleistung mit.

    5 Darsteller und 1 Mimtruppleiter stellt das DRK Erbach-Reiskirchen/Jägersburg. Sie stellen auch einen Arzt, der gemeinsam mit den anderen Mimtruppleitern den Gesundheitszustand der Darsteller überwacht. Dies wird durch das anhaltend schlechte Wetter zwingend erforderlich.

    Hier finden Sie Presseberichte und Dokumentationen der Übung Ikarus 2008.

    Aktueller Bericht vom 24. August 2008 (ab der Minute 1:48):
    http://av.sr-online.de/index.php?a=10464

    Bildergallerie der Feuerwehr Merzig:
    http://www.feuerwehr-merzig.de/abteilung4/03c19898d40950c1b/index.php

    Aus unseren Reihen möchte ich mich besonders bei folgenden Personen bedanken:

    Ingo Vigneron
    Leiter Mimentrupp
    Freiwillige Notfallhilfe e. V.

    Topics: Einsatzberichte | 2 Kommentare »

    2 Kommentare zu “Militärhubschrauber stürzt auf ein Volksfest in Merzig”

    1. Uwe Moos meint:
      25.Januar 2009 at 12:28

      Der Link zum Aktuellen Bericht ist nichtmehr gültig. Im Archv bin ich leider auch nicht fündig geworden, scheint nichtmehr online zu sein

    2. Ingo Vigneron meint:
      25.Januar 2009 at 14:53

      Guten Tag,
      ja, leider sind die Berichte nur eine Zeit lang erreichbar. Ich werde Anfragen ob man uns eine Version zur Verfügung stellt, die wir auf unerem Server verwenden dürfen.
      Viele Grüße,
      Ingo Vigneron

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